Mit Windows 7 wurde ein nahezu revolutionärer Schritt in der Computerbranche gemacht, der Microsoft wohl mehr oder weniger half, seine gute, aber immer wackliger werdende Marktposition weiter aufrecht zu erhalten. Tatsächlich ist das neue Betriebssystem schick, praktisch und schnell. Der einzige Nachteil: Man findet, trotz sehr guter Kompatibilität, immer wieder ältere Programme, die sich unter Windows 7 schlichtweg nicht anständig nutzen lassen oder schon gar nicht erst installieren lassen wollen.
Ärgerlich, wenn man doch auf diese Software angewiesen ist oder zumindest gerne mit ihr gearbeitet hat. Doch man muss auch unter Windows 7 nicht auf diese Programme verzichten, gibt es doch das Virtualisierungsprogramm VirtualBox. Damit ist es möglich, Betriebssysteme quasi in einem Fenster im eigentlichen Betriebssystem laufen zu lassen.
Lediglich die Einrichtung einer virtuellen Maschine erfordert ein wenig Geduld. Hat man das kostenfreie Tool VirtualBox heruntergeladen, installiert und gestartet, erstellt man mit „Neu“ eine neue virtuelle Maschine, für die man einen Namen angibt sowie das Betriebssystem und die entsprechende Version auswählen muss. In unserem passt hier schon die Voreinstellung mit Windows XP. Als nächstes kommt der Arbeitsspeicher an die Reihe, für den man für halbwegs ordentliches Arbeiten mit Bürosoftware wenigstens 256MB ansetzen sollte, besser sind natürlich mehr. Der für die virtuelle Maschine freigegebene RAM sollte aber nicht mehr als die Hälfte des überhaupt vorhandenen betragen.
Im nächsten Dialog bestätigen wir die Erstellung einer neuen Festplatte, der Erstellungsassistent startet. Hier wählen wir aufgrund der klar erkenntlichen Vorzüge natürlich das dynamisch wachsende Medium, die Größe sollte bei mindestens 3 bis 4GB angesetzt werden, bei der Speicherung vieler und großer Dateien oder der Installation vieler Programme sollte man entsprechend mehr wählen. Es kann nun noch der Speicherort der virtuellen Festplatte verändert werden, dies ist aber nicht nötig. Über Abschließen verlassen wir nun wieder die beiden Assistenten.
Unsere virtuelle Umgebung ist nun eigentlich schon fertig, wir haben uns nun einen PC in unserem PC geschaffen. Bevor wir und nun aber an die Installation von Windows XP machen, sollten wir noch einige Feineinstellungen vornehmen.
Im Ausgangsbildschirm finden wir nun unser virtuelles System. Über Rechtsklick –> Ändern gelangen wir in ein Menü, in dem uns vor allen Dingen zwei Kategorien interessieren: System, denn hier kann jederzeit der für das virtuelle System bereitgestellte RAM angepasst werden, und Anzeige, denn hier kann man ihr Grafikspeicher zuweisen, wobei man sich wieder an das grün unterlegte maximale Maß halten sollte, und auch die 2D- und 3D-Beschleunigung kann hier aktiviert werden. Man bedenke jedoch, dass selbst bei einer sehr leistungsstarken PC-Konfiguration nur sehr wenig beim Gastsystem ankommt und demnach selbst ältere Spiele kaum realisierbar sind.
Über OK bestätigen wir nun die Konfiguration und wagen uns an den ersten Start unserer VM, die XP-Installations-CD sollte bereits im Laufwerk liegen. Ein Assistent begleitet uns beim ersten Start, in ihm wählen wir das passende Laufwerk aus, bestätigen mit Abschließen und lassen die Installation beginnen. Ist diese abgeschlossen, wird unser virtuelles XP das erste Mal starten. Bevor wir aber richtig loslegen, sollten wir die virtuelle Maschine noch einmal durch Drücken der rechten Strg-Taste verlassen und in der Menüleiste von VirtualBox Geräte –> Gasterweiterungen installieren auswählen, was uns die Arbeit mit der virtuellen Maschine deutlich erleichtert. So ist es nun möglich, nahtlos von unserem Wirtssystem mit der Maus in das Gastsystem zu wechseln und auch höhere Bildschirmauflösungen sind nun möglich.
Und damit wären wir auch schon fertig. Unser virtuelles XP ist nun fast wie jedes andere System und kann dementsprechend genutzt werden – was aber auch bedeutet, dass, sollte man über das System ins Netz gehen, ein Virenschutz sowie eventuell eine Desktop-Firewall unentbehrlich sind.
