Gastbeitrag: Like-Button sorgt über heftige Datenschutz-Debatte

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Im Internet tobt derzeit eine Debatte rund um den Datenschutz. Im Zentrum der Debatte steht dabei wieder einmal Facebook – diesmal wegen des Like-Buttons.

Eine kurze Betrachtung der involvierten Parteien und des aktuellen Diskussion-Brandherdes.


Beteiligung von verschiedenen Interessensparteien

Betrachten wir zuerst die allgemeine Einstellung zum Datenschutz. Diskussionen rund um den Datenschutz sind von sehr gegensätzlichen Interessen geprägt. Dabei unterscheiden sich nicht nur die Interessen der Wirtschaft mit denen von Nutzern – viel mehr gibt es selbst innerhalb dieser Gruppen sehr unterschiedliche Auffassungen.

Die meisten Unternehmen haben Interesse an möglichst umfassenden Daten. Manche verwenden Sie, um die Webdienste zu personalisieren – dies soll idealerweise zur Zufriedenheit der Nutzer beitragen und damit auch indirekt die Umsätze steigen lassen. Am größten ist das Interesse an Daten jedoch in der Werbeindustrie. Hier geht es ums perfekte „Targeting“, also genau die richtigen Nutzer mit der auf sie zugeschnittenen Werbebotschaft zu konfrontieren – also maximale Wirkung bei einem minimalen Streueffekt. Internetplattformen mit werbebasierten Geschäftsmodellen haben daher ein besonderes Interesse an Daten.

Auf der anderen Seite stehen die Nutzer. Für diese ist Personalisierung grundsätzlich etwas Positives. In der Idealvorstellung würden Sie damit genau die Informationen erhalten, die sie in ihrer momentanen Situation benötigen. Doch es gibt kaum Vorteile ohne Schattenseiten. Auch wenn die Daten für etwas Wünschenswertes eingesetzt werden sollen, bleibt ein beträchtliches Missbrauchspotential. Unternehmen könnten die Daten weiterverkaufen oder bei – in letzter Zeit sehr häufig erfolgreichen – Hacker-Attacken in falsche Hände geraten lassen. Die Daten könnten dann für Zwecke missbraucht werden, für deren Nutzung sie nicht freigegeben wurden. Unerwünschte Werbebotschaften sind dabei noch die harmloseste Form – das kann bis zum Kreditkartenbetrug oder Erpressung mit sensiblen Daten reichen.

Eine Vermittler- und Kontrollfunktion kommt dabei den Datenschutzbehörden zu. Sie sollen einerseits schlecht informierte Konsumenten vor unüberlegten Handlungen schützen und andererseits die Einhaltung der in Datenschutzbestimmungen vereinbarten Regelungen überwachen.

Die aktuelle Debatte rund um Facebook

Facebook hat mittlerweile Google als „beliebtestes Angriffsziel“ der Datenschützer überholt. Der Datenschutz bei Facebook wird von vielen als Mangelhaft bezeichnet. Facebook räumt sich weitgehende Rechte ein und erschwert die Löschung von Informationen. Eine umfangreichere Ermittlung gegen Facebookist bereits die Folge.

Bei der aktuellen Debatte dreht es sich um den Like-Button von Facebook. Auf immer mehr Websites ist dieser Button zu finden – schließlich will jeder Websiten-Betreiber möglichst viele Likes. Das geht allerdings nur, wenn man den Nutzern das „liken“ möglichst einfach macht, weshalb eben der Button direkt auf der Seite eingebunden wird. Das Problem liegt jedoch nicht im Like-Vorgang an sich. Problematisch ist, dass Daten auch ohne „liken“ an Facebook bereits übertragen werden. Die Ursache dafür ist eigentlich recht einfach zu erklären: um den Facebook-Button zu sehen, der auf einer Seite eingebunden ist, muss dieser vom Facebook-Server geladen werden. Durch diesen Ladevorgang werden Daten an Facebook gesendet. Facebook weiß somit, wer wann welche Seiten aufgerufen hat, wenn dort der Like-Button integriert ist.

Druck machen vor allem die Datenschützer von Schleswig-Holstein. Sie setzen allerdings auf eine etwas andere Taktik und greifen Facebook nicht nur direkt, sondern auch indirekt an. Die Behörde droht allen Website-Betreibern mit Bußgeldern, wenn sie den Facebook-Button einbinden. Abschreckende Summen von bis zu 50.000 Euro zeigen ihre Wirkung: Viele sind verunsichert und denken über Alternativen nach. Das Problem dabei: für ihr Online-Marketing wollen Sie einerseits den Button beibehalten, andererseits müssen sie sich den strengen deutschen Datenschutzregelungen unterwerfen. Doch eine mögliche Zwischenlösung zeichnet sich ab. Der von Heise.de ausprobierte 2-Klick-Empfehlungsbutton wurde auch von Facebook genehmigt und ist unter einer freien Lizenz veröffentlicht worden. Auch wenn dies nicht die Ideallösung sein mag, so ist es doch ein zwischenzeitlicher Kompromiss, der zumindest einmal aus rechtlicher Sicht als sicher gilt.

Gastautor

Dies ist ein Gastartikel von Thomas. Er schreibt auf seinem Blog Tech-Buzz regelmäßig über aktuelle Neuigkeiten aus den Bereichen Technik und Internet.
Ein großes Dankeschön auch nochmals an dieser Stelle von mir für den, meiner Meinung nach, sehr guten Artikel :)

Author: Alex H.

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