Nachdem mir der ständige Verkehr direkt vor der Haustür auf den Wecker ging, hatte ich mich damit auseinandergesetzt, wie es eigentlich zur aktuellen Situation kam. Und hatte mir die Frage gestellt “Wer kam eigentlich auf die Idee Autos durch Städte zu schicken?”. Der Anfang dafür wurde wohl schon recht früh gemacht. So wurden bekannterweise im Mittelalter schon “Sträßchen” zwischen Häusern angelegt um den hauseigenen Dreck zu entsorgen und zum eigenen Besitz zu gelangen. Dann kamen die Kutschen und die Sträßchen wurden zu Straßen. Die Kutschen wurden durch Autos ersetzt und wir wären in der Gegenwart angelangt. Doch ist das auch die Zukunft?
Das bezweifle ich, denn das kann nicht eines jeden Menschens Traum sein. Und es gibt auch schon Modelle, etwa die Öko-Stadt “Masdar-City“, die komplett auf eine autofreie Infrastruktur setzt. Genau das ist auch zukunftsfähig und nicht das was wir bis jetzt kennnen. Umweltdiskussionen, Mobilitätsprobleme (Staus, Umweltzonen, …), planerische Schwierigkeiten, etc. das alles sind Folgen der aktuellen Situation und können durch Verbesserungen, die derzeit in keinem Vergleich zur Verschlechterung auf der anderen Seite (mehr und mehr Autos, mehr Häuser, …) stehen, nicht geändert werden. Allmählich muss jedoch etwas geschehen. Was wäre nun die beste Lösung? Ganz klar eine autofreie Städtelandschaft!
Damit möchte ich einmal das Modell einer autofreien Städtelandschaft/planung/kultur vorstellen.
Umsetzung
In den bewohnten Zonen wären dann nur noch elektrisch angetriebene Fahrzeuge erlaubt, die auf speziell dafür vorgesehenen Straßen zu ihren Parkplätzen mit Stromversorgung gesteuert werden dürften. Um möglichst viele dieser Fahrzeuge auf kleinstem Raum unterzubringen würde das ganze automatisch gesteuert werden um eine möglichst hohe Effizienz in Dimension und Energieverbrauch zu erreichen. Weiterhin könnte man auch auf alternative Transportsysteme, welche getrennt nach dem Einsatzzweck, Transport von Mensch oder Material, entweder unterirdisch oder überirdisch den Platz einnehmen, der vorher für die öffentlichen Straßen reserviert war. Um Notfällen, Anbauplanungen, etc. vorzubeugen, sieht das Modell eine zentrale Straße etwa für Baumaschinen, Rettungsfahrzeuge und Transportfshrzeuge vor.
Probleme
Probleme entstehen bei dem radikalen Paradigmenwechsel jedoch ebenfalls. Beispielsweise würde es einige Zeit, Geld und Entwicklung dauern, bis die Infrastruktur in solchem Maße existiert wie es vorgesehen ist. Auch die Frage der Kosten für ein zusätzliches Elektrofahrzeug würde aufkeimen. Das jedoch könnte in Form einer Art ÖPNV 2.0 gelöst werden. Also Elektrobussen, die einen vom Wohnort bis zum Auto außerhalb der Stadt bringen. Doch auch der kulturelle und gesellschaftliche Wechsel würde seine Zeit brauchen und könnte keineswegs innerhalb einer kurzen Zeitspanne vollführt werden, würde er doch einschneidender ausfallen als möglicherweise angenommen.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand:
- Keine örtlichen Emissionen, damit würden Umweltzonen und Lärmstörung der Vergangenheit angehören.
- Die Städte müssten nicht an die Straßen angepasst werden und zudem würde neuer Bauplatz entstehen.
- Die Sicherheit würde durch wegfallende “Rammböcke” stark erhöht werden, wie man es auch schon lesen konnte.
- Die Parkplatzproblematik würde sich erheblich entschärfen, etwa durch zentral angelegte Parkplätze außerhalb der Städte.
Effekte und anpassende Entwicklung
Abgesehen von einer erheblich besseren Luft in den Städten und eine würden viele auch ihr Auto aufgeben können ohne Mobilität einbüßen zu müssen. Das würde gleichzeitig dem Geldbeutel wie auch der Umwelt zugute kommen. Doch die Autos selbst könnten auch speziell auf diese Situation angepasst werden und auf den außerstädtischen Fahrbetrieb hin optimiert werden. Um einer möglichen den angesprochenen Problemen bei der Umgestaltung einer bestehenden Städteinfrastruktur aus dem Weg zu gehen, könnte man den Weg gehen, neue Städte oder Stadtteile von Anfang an, nach diesem Modell zu konzepieren. So hätte man nicht das Problem einer Umgesaltungsphase und könnte die Planung perfekt auf das Modell abstimmen.
Fazit
Es muss etwas geschehen. In solch einer radikalen Form wie in diesem Artikel dargelegt oder in abgeschwächter, jedoch bei den Auswirkungen vergleichbaren, Form. Die aktuelle Situation erfordert dies, so ist sie gesundheitsschädigend (! ), wowohl physisch als auch psychisch, etwa durch Lärmbelästigung. Der beste Ansatz wäre der, wie er in Mascar-City beschrieben wird, also der kompletten Neuanlegung einer Stadt/Stadtteil nach diesem Konzept von Anfang an. Damit würde man außer der Entwicklungszeit jedem Problem aus dem Weg gehen. Doch auch die entsprechenden Technologien sind in hohem Maße schon heute verfügbar, nur der Wille sie anzuwenden und andere Wege zu gehen, fehlen noch.
